Vom Steuerfachgehilfen zum Steuermann

Frank Bruns

Frank Bruns, 54, ist nach über 30 Jahren Möbelhandel bei RST gestartet – und hat genau das gefunden, was ihm wichtig ist: Teamgeist und Wertschätzung. Privat entspannt er mit Akustik-Rock und seiner schwarzen Labradorhündin Peppi.

Frank Bruns ist seit dem 1. August der neue Controller bei RST – und fand genau das, wonach er gesucht hatte: ein kollegiales Umfeld, kurze Wege, viel Miteinander. „Ich wollte einen Laden, in dem es menschlich passt und wo ich mit meiner Erfahrung helfen kann.“

Der 54-jährige Goslarer ist gelernter Steuerfachgehilfe und merkte früh, dass ihn der Blick nach vorn mehr reizt als die rückwärtsgewandte Steuerwelt. Nach seinem Berufseinstieg 1993 bei Möbel Unger war er im Jahr 2000 Gründungsmitglied von Möbel Schulenburg, wurde dort Leiter Controlling und blieb dem Unternehmen fast 25 Jahre verbunden. Nach der Übernahme des Unternehmens durch die Lutz-Gruppe 2024 schloss die Zentrale in Goslar – Bruns musste sich neu orientieren.

Den Neustart in einem Goslarer Unternehmen brach er nach einem halben Jahr ab. „Ich zog die Reißleine, das neue Umfeld entsprach überhaupt nicht meinen Vorstellungen!“ Jetzt stellte er seine berufliche Perspektive grundsätzlich auf den Prüfstand. „Mit 54 hast du nicht mehr allzu viele Chancen. Der nächste Schritt musste passen.“

Er nahm sich eine Auszeit und einen Coach, um sich neu zu sortieren. Gemeinsam definierten sie, was für ihn wichtig war: kaufmännische Verantwortung in einem mittelständischen, menschlich geführten Unternehmen. Genau so lernte er RST in den Gesprächen mit Geschäftsführung und kaufmännischer Leitung kennen. „Das Gefühl hat sich komplett bestätigt.“ Wie er seine Rolle versteht? Nicht als Kontrolleur, sondern als Navigator – so wie ein Steuermann an Bord eines Schiffes: „Geradeaus liegt die Sandbank – rechts dauert’s 30, links 20 Minuten länger.“ Die Entscheidung trifft der „Kapitän“, Bruns liefert Transparenz, Optionen und Prognosen – vom Unternehmensausblick bis zur Wirtschaftlichkeitsrechnung. Kommunikation ist für ihn dabei Schlüssel: die Sprache der Fachbereiche sprechen, Probleme sichtbar machen, Lösungen mitdenken.

Im Controlling gibt es viele Werkzeuge, die branchenunabhängig sind – Zahlen verstehen, Entwicklungen einschätzen, Prognosen erstellen. „Das Handwerkszeug bleibt gleich“, sagt Frank Bruns, „egal ob Möbel oder Bau.“ Unterschiede liegen in den Abläufen: Während im Handel klare Strukturen, Märkte und Logistik im Vordergrund standen, geht es bei RST stärker um projektbezogene Prozesse, Bauzeiten und individuelle Baustellen. Für Bruns ist genau das spannend: Mit dem Blick von außen kann er frische Fragen stellen und eingefahrene Routinen hinterfragen – und gleichzeitig seine Erfahrung aus über 30 Jahren expansiven Möbelhandels einbringen.

In Thale erlebt er eine erstklassige Einarbeitung, offene Türen und viel Hilfsbereitschaft – Zahnräder, die für ihn ineinandergreifen. „Ich laufe hier schon sicher durchs Unternehmen, Ende nächsten Monats übernehme ich offiziell.“ Dabei weiß er genau, dass er nie bei 100 Prozent sein wird: „Weil sich die Aufgaben ständig weiterentwickeln.“

Auch privat ist er Teamsportler durch und durch: Früher spielte er höherklassig Volleyball – heute steckt der Teamgeist in der Musik. Mit 50 Jahren gönnte er sich erstmals professionellen Gitarrenunterricht und steht heute mit seiner Band The Holy Foxxes regelmäßig auf der Bühne. Ausgleich findet er außerdem mit seiner Frau – „mein größter Anker“ – und seiner Labradorhündin in Goslar.